Online Lehre – Sind wir bereit dafür?

Vorträge, Vorlesungen, Seminare und Klassenräume ab jetzt streamen? Ersatzleistungen,  Arbeitsblätter oder doch ganz auf virtuelle Lehre setzen?

Technisch wäre vieles sofort realisierbar und an vielen Hochschulen und Universitäten in Österreich ist es bereits Realität. An der TU Graz wurde quasi über Nacht der Schalter umgelegt und alle performen wirklich gut. Es ist aber keine Bildungsinstitution wirklich dafür ausgelegt. Auch aus didaktischen Gründen, lehnen es viele ab:

Wer nicht vor Ort teilnehmen kann oder will, verliert dadurch die Möglichkeit des Rückfragens und des Diskutierens, sprich interaktive Beteiligungsmöglichkeiten.

          Beat Döbeli Honegger –  Professor für Medien- und Informatikdidaktik an der Pädagogischen Hochschule Schwyz

Dennoch wird es in diesen Zeiten vielen nicht erspart bleiben. Die Lehrveranstaltungen an der Uni Hildesheim starten voraussichtlich mit 20.April. Ob diese auch online stattfinden werden oder bereits wieder alles “normal” verläuft bleibt offen.

Daher möchten wir diese neue Seite mit DigiWissen füllen und geeigneten Programme, Tools und Möglichkeiten für die Online Lehre präsentieren. Zukünftig werden die hier genannten sowie weitere nützliche Tools und Apps in Detail präsentiert und um Erfahrungen aus dem Selbsttest ergänzt werden: Links, Apps, & Downloads

Unsere Top-Tools für eine digitale Lehre:

 

Videokonferenz-Tools

Jitsi

Jitssi.org  ist eine multiprotokollfähige IP-Telefonie- und Instant-Messenger-Anwendung, mit der auch Videotelefonie möglich ist. Jitsi ist Free/Libre Open Source Software und zur Benutzung wird kein Account benötigt. Einfach ein neues  Meeting starten und Link als Einladung verschicken oder Codewort verwenden. Die Anwendung ist auch als App für Tablets und Smartphones verfügbar. Hier gibt es ein Youtube Tutorial dazu.

Drawchat 

Draw.chat ermöglicht ein Online Drawing-Board, verfügt über einen Instant-Messenger und bietet auch Video Konferenzen an. Mit Klick auf “Start New Whiteboard” kann sofrot eine Sessions gestartet werden und gemeinsam über Video telefoniert und gemeinsam auf einer Zeichenfläche gearbeitet. Auch das gemeinsame Annotieren von PDFs ist möglich. Eingeladen wird über einen Link und Ergebnisse können nach dem Meeting einfach gespeichert werden. Hier wieder ein Youtube Tutorial, welches Drawchat einfach erklärt.

Bildergebnis für draw.chat

Zoom

Vor knapp zwei Jahren startete das RemoteMentor-Projekt an der TU Graz. Damals haben wir nach einer App gesucht welche Screen-Sharing, Video/Audiokonferenzen erlaubt, einen Chat integriert hat und auch Markierungen (z.B. Hervorheben) am Screen erlaubt. Unsere Wahl fiel damals auf Zoom.us. Der/Die die Session initiiert muss sich einen kostenlosen Account zu legen, weitere Teilnehmer*innen werden dann über einen Link eingeladen. Hier ein Video zur Anleitung für ein Zoom Meeting.

Bildergebnis für zoom app

 

Gemeinsame Dokumente bearbeiten & Tools für Diskussionen

Padlet

Padlet.com  eignet sich für Brainstorming-Aktivitäten. Fotos, Dateien, Zeichnungen, Links und Audioaufnahmen können von allen hochladen und kommenteirt werden. Man hat somit eine digitale Pinnwand, auf der Texte, Bilder, Videos, Links, Sprachaufnahmen, Bildschirmaufnahmen und Zeichnungen abgelegt sowie sämtliche Materialien kommentiert, bewertet und verschoben werden können. Dabei werden verschiedene Vorlagen geboten, um in die kollaborative Arbeit zu starten. Zugleich können die erarbeiteten Ergebnisse sowohl schulweit als auch gänzlich öffentlich zur Verfügung gestellt und mit anderen Internetnutzern geteilt werden.

Hier gibt es eine Padlets zu aktuellen Themen:

Telegraph

Telegra.ph erlaubt gemeinsam wie in einem Blog zu arbeiten, Texte schreiben, URLs einbinden und Fotos hochladen. Das Tool stammt von den Machern des Messenger-Dienstes Telegram, für die Anonymität besonders im Vordergrund steht. Zusätzlich zu Textblöcke kann man Klick Bilder, Videos (Youtube und Vimeo) sowie Twitter-Posts einbinden.

Hier gibt es einen Blog-Beitrag und Youtube-Tutorial  und noch ein interessanter Artikel dazu.

Book Creator

Die App ermöglicht eine individuelle und kollaborative Erstellung von E-Books. Es können  verschiedene multimediale Inhalte wie Texte, Bilder, Fotos, Grafiken, Zeichnungen, Videos sowie Audioinhalte eingefügt und miteinander kombiniert werden. Es handelt sich dabei um ein „open-ended creation tool“.  Die fertigen eBooks können dann im Book Creator-Format, als pdf-Dokument oder als Video exportiert und entweder in anderen Apps weiterbearbeitet oder online veröffentlicht werden.

Hier gibt es einen  Blogbeitrag sowie hier zum Youtube-Tutorial.

Bildergebnis für book creator

Bitpaper

Bitpaper.io ist kostenlose und laut den Ersteller*innen datenschutzrechtlich unbedenkliche und speziell für Online-Tutoring ausgelegt. Benötigten Materialien können auf dem Whiteboard abgelegt werden, die Lehrperson schaltet die Webcam ein und kann Schüler*innen via Link einladen. Diese können Fragen stellen und auf dem Whiteboard annotieren. Hier geht es zum Youtube-Tutorial.

ExplainEverything

Vorab: Während der Coronavirus-Phase ist die kostenlos!! Die Smartboard-App bietet alle Funktionen eines Smartboards und zusätzlich können Klassen kollaborativ zusammenarbeiten . Hier gibt es dazu einen Online-Unterricht mit ExplainEverything. und ein  Youtube-Tutorial.

Weitere Beispiele:

  •  Qwiqr: Audio-Feedback aufnehmen und den Teilnehmern teilen
  • Seesaw: SuS können Inhalte erstellen (Videos, Zeichnungen, Bilder, Links, PDFs etc), welche hochgeladen werden und von der Lehrperson bequem kommentiert werden.
  • Etherpads: Erlaubt ein Arbeiten an kollaborative Dokumente. Man vergibt einen Namen den man weitergibt und jeder kann mit diesem Namen von überall aus in dem Dokument arbeiten.
  • Hackmd.io: Eine weitere Möglichkeit, kollaborativ zu arbeiten. Neben einfacher Textarbeit können Links gesetzt und Bilder eingefügt werden.
  • EtherCalc: „Excel im Browser“ zur kollaborative Tabellenkalkulation mit einem Link zum Bearbeiten.
  • CryptPad: ist eine ganze Sammlung von Programmen, die man im Browser nutzen kann. Kollaboratives Arbeiten ist möglich und ein Schwerpunkt wird auf Verschlüsselung und Datenschutz gelegt.
  • Wakelet: Sammeln und teilen von WebNotizen
  • tlk.io als Backchannel für Fragen

 

Natürlich kann man auch auf herkömmliche Office-Programme zugreifen und Online arbeiten: Microsoft Word, Apple Pages, Google Docs – insbesondere Microsoft Office 365 stellt inzwischen mit dem Kommunikationstool Microsoft Teams eine umfassende Lernumgebung dar und die Möglichkeit der Live-Kollaboration zur Diskussion von Inhalten und der Beantwortung von Fragen.

Des Weiteren kann über LMS-Systeme (Learning Management Systems) wie Moodle, Ilias, oder ItsLearning Funktionen wie Foren, Wikis oder Umfragen zur Verfügung gestellt werden.

Interaktive Präsentationen

Wenn man schon dabei ist neue Tools zu erforschen, warum dann nicht gleich mehr Interaktivität inkludieren. Hier gibt es passende Anwendungen dazu:

Prezi

Prezi.com ist vielen ein Begriff. Prezi Video  kombiniert zusätzlich Präsentations- und Videoinhalt in derselben Videoaufnahme. Prezi-Präsentationen können nun mit einem Video der vortragenden Person kombiniert werden und  dadurch entstehen lebendige Lehrvideos.

Bildergebnis für prezi

Und weitere Tools:

  •  Canvas: digitales Whiteboard
  •  Adobe Spark: zur Erstellung von visuelle Geschichten
  • Loom: Screen- und Video Recording Tool

 

Weitere Infos zu Webinaren (von www.virtuelle-ph.at) gib es hier und hier als PDF zum Download

Massive Open Online Courses (MOOC)

Was auch gegen aufkommende Langeweile hilft: Sich selbst online fortzubilden zum Beispiel mit MOOCs. Gerne möchte ich als Beispiel die Plattform iMoox.at präsentieren (hier gibt es auch einen Kurs von mir: Informatik-FIT).

iMooX – i mog’s

iMooX.at ist ein Partner von Universitäten und Institutionen in Österreich und bietet gratis Online-Kurse auf universitärem Niveau an. Es gibt Brückenkopfkurse, Kurse zu Medienkompetenzen und viele mehr.

Informatik-FIT MOOC

Natürlich gibt es noch viele weitere MOOC-Plattformen wie  edX, iversity oder Udemy.

 

Zur individuellen Planung einer digitalen Lehre kann diese interaktive Planungsmatrix behilflich sein.

Weiterführende Quellen für die digitale Lehre und weitere Berichte passend zum Thema

aus Deutschland, Österreich und der Schweiz:

Aktuelle Artikel aus Deutschland zum Thema Digitale Kompetenzen:

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